Deutscher Botschafter stellt Studie „Expansion 2010 – German Business in China“ in Beijing der Öffentlichkeit vor – ein Kooperationsprojekt von AHK China, EAC und DHL-Lehrstuhl „Global Supply Chain Management“ am Chinesisch-Deutschen Hochschulkolleg
Wie zufrieden sind deutsche Unternehmen in China und was planen diese innerhalb der nächsten drei Jahre im chinesischen Markt? Diese und viele weitere Fragen wurde im Rahmen der aktuellen AHK-Studie „Expansion 2010 – German Business in China“ beantwortet. Ein Schwerpunkt der Befragung lag im Bereich Global Supply Chain Management, bei der die von deutschen Unternehmen in China ausgeführten Wertschöpfungsaktivitäten untersucht wurden. Die Studie entstand als Kooperationsprojekt zwischen der AHK China, dem DHL-Lehrstuhl des CDHK und der Firma EAC Consulting.
Der deutsche Botschafter in China, Dr. Michael Schäfer, ließ es sich nicht nehmen, die aktuelle AHK-Studie persönlich der internationalen Presse vorzustellen. Dazu lud er in seine Residenz in der chinesischen Hauptstadt ein. Den zahlreichen Medienvertretern überwiegend aus Deutschland und China, präsentiert Dr. Richard Hausmann, Präsident der Deutschen Handelskammer in China und CEO Siemens (China), die wichtigsten Ergebnisse der Studie, bei der knapp 300 deutsche Unternehmen in China befragt wurden. Die Studie ist damit die größte ihrer Art, zumal sie explizit auch mittelgroße Unternehmen untersucht hat, deren Chinastrategie sich zum Teil deutlich von Großunternehmen unterscheidet.
Prof. Dr. Yang, Leiter des DHL-Lehrstuhls, nahm gemeinsam mit Alexander Bode, der für den Lehrstuhl die Arbeit an der Studie betreut hat, an der Pressekonferenz teil. Insgesamt waren im Jahr 2007 neben Bode zwei Diplomarbeiter der TU Darmstadt in die Konzipierung und Auswertung der Studie eingebunden. Yang zeigte sich mit der Untersuchung sehr zufrieden: „Erstmals wurden die Unternehmen gezielt nach in-house durchgeführten Wertschöpfungsaktivitäten in China befragt“. Somit liefert die Studie einen detaillierten Einblick über die Ausgestaltung und Zufriedenheit mit Aktivitäten im Bereich Produktion, Sourcing, Marketing, Forschung und Entwicklung sowie Transport und After-Sales-Services in China.
Die aktuelle Zufriedenheit mit den in-house durchgeführten Aktivitäten in China ist relativ hoch. Über 80% der befragten Unternehmen waren mit ihrer Zielerreichung in China zufrieden. Besonders im Bereich Infrastruktur und Logistik sehen die wenigsten Befragten ernsthafte Probleme. Anders hingegen sieht es mit der Zufriedenheit bezogen auf die Lieferzuverlässigkeit und Qualität der gelieferten Produkte aus, hier werden noch Missstände von den befragten Geschäftsführern beklagt. Für diese Bereiche wird jedoch Verbesserungen in den nächsten drei Jahren erwartet.
Während Produktion und Sourcing jeweils schon in großem Umfang realisiert werden, lassen sich noch deutliche Unterschiede bei der Integration in das weltweite Wertschöpfungsnetzwerk ausmachen. Die Produktion ist bei vielen befragten Unternehmen bereits weitgehend in den weltweiten Unternehmensverbund integriert, Sourcing hingegen wird bislang eher für die lokalen Bedürfnisse betrieben. Für die nächsten drei Jahre erwartet aber die überwiegende Mehrheit der Befragten eine Ausweitung aller Geschäftsaktivitäten in China, wobei der stärkste Zuwachs für Forschung und Entwicklung erwartet wird. Unterschiedlichste Gründe, wie zum Beispiel der Know-how-Schutz und der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern führten dazu, dass diese Aktivitäten bislang erst sehr zögerlich in China durchgeführt werden.
Aus Sicht des globalen Supply Chain Managements ist die Frage interessant, ob China bereits als Exportbasis für andere Länder verwendet wird. Hier zeigt sich noch ein sehr unterschiedliches Bild. Auf der einen Seite gibt es Unternehmen, die bereits mehr als 50% ihrer Produkte in Drittmärkte exportieren, zum anderen gibt es Unternehmen, die fast ausschließlich für den lokalen Markt produzieren.
Die Studie mit allen Ergebnissen wird Mitte März in gedruckter Fassung erscheinen. Interessierte können die Studie über den DHL-Lehrstuhl bestellen. Weitere Informationen gibt es unter www.global-scm.net
Auf dem Bild von links nach rechts:

Bernd Reitmeier, Geschäftsführer AHK Shanghai
Daniel Berger, Partner bei EAC-Consulting
Dr. Richard Hausmann, Präsident der deutschen Handelskammer in China und CEO Siemens (China)
Dr. Michael Schäfer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in China
Nils Heininger, AHK Shanghai
Alexander Bode, DHL-Lehrstuhl (Chinesisch-deutsches Hochschulkolleg der Tongji Universität)
Prof. Dr. Yang, Leiter DHL-Lehrstuhl (Chinesisch-deutsches Hochschulkolleg der Tongji Universität)
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